Reza

„Deutschland ist eine Gelegenheit, sich seine Wünsche zu verwirklichen“

Reza ist zum Zeitpunkt des Interviews 17 Jahre alt. Er flüchtete Anfang 2011 aus Afghanistan und war zwei Monate lang allein in Griechenland, ehe er zu seiner Familie, die ebenfalls flüchtete, nach Deutschland konnte. Derzeit lebt der junge Mann mit seinen Eltern sowie dem Bruder, 16, und den beiden Schwestern, 12 und 14, gemeinsam in der Nähe von Ludwigshafen. Reza und seine Geschwister gehen zur Schule. Seine Hobbys sind Malen und Karate. Allerdings hat er dafür momentan keine Zeit, weil er zur Schule geht und Deutsch lernt, wie er erzählt. Die deutsche Sprache hat es ihm angetan. Er spricht schon so fließend, dass er bereits am ersten Tag in der Schule die Sekretärin in der Anmeldung verblüffte. Die glaubte ihm nicht, als er erzählte, dass er erst seit sieben Monaten Deutsch lerne und vermutete irgendwo eine „versteckte Kamera“. Schon kurze Zeit nachdem Reza nach Deutschland kam, begann er einen Deutschkurs beim InProcedere-Projektpartner vor Ort, Diakonisches Werk Pfalz in Ludwigshafen. Große Dankbarkeit empfindet er der Diakonie gegenüber. Sie haben ihm geholfen, Griechenland zu verlassen und zu seiner Familie nach Deutschland zu kommen. Als Dank schenkte er Mitarbeitenden der Diakonie in Trier, wo er sich zuerst aufhalten musste, einen Blumenstrauß.

Nicht nur die deutsche Sprache gefällt ihm, sondern auch viele andere Dinge schätzt er hierzulande:
„Frieden, nette Leute. Man kann sich seine Wünsche erfüllen, die Zukunft entscheiden und hat alle Möglichkeiten dazu.“ Auch das Verhältnis zwischen den Geschlechtern würdigt er: „Ich wünsche mir, dass mein Land eines Tages wie Deutschland wird. Ich meine damit, den Umgang von Mann und Frau.“ Allerdings gibt es auch Dinge, die Reza vermisst: In Afghanistan hatten er und seine Familie ein Haus und jedes Familienmitglied sein eigenes Zimmer. Hier leben die sechs Personen in einer 3-Zimmer-Wohnung, was wenig Privatsphäre zulässt. Seine Freunde und die große Verwandtschaft fehlen ihm auch.

Rezas größter Wunsch ist es, weiter zur Schule gehen zu können und hier zu studieren.


„Ich werde einen Job haben und vielleicht ein Doktor sein, ein Arzt. Ich will mit dem Herzen arbeiten.“

Bleiberecht durch Arbeit 2.0