Ghulam

 

 

 

 

 

„Vom ersten an Tag hab ich schon angefangen zu arbeiten. Ich hab gesagt: Ich möchte gerne helfen und ich mache das für sie“

Schon als kleiner Junge ist Ghulam zum ersten Mal mit seinen Eltern aus seinem Heimatland Afghanistan geflohen, damals nach Pakistan. Dort hat er über 15 Jahre gelebt, bevor er wieder in seine Heimat gezogen ist. Seinen Job als Transportmanager bei einer Baufirma in Afghanistan hat Ghulam vor drei Jahren aufgegeben, weil er und seine Familie in Afghanistan nicht mehr sicher waren.

Zum Zeitpunkt des Interviews lebt Ghulam mit seiner sechsköpfigen Familie in Germersheim, wo seine Geschichte nach Eigenaussage beginnt. In Deutschland gefällt es ihm sehr gut:

„Deutschland ist ein tolles Land. Nicht nur das Land ist toll, auch die Leute sind nett und toll.“

Von Beginn an war es Ghulam wichtig sich in Deutschland nützlich zu machen und anderen Menschen zu helfen. Bereits in der Flüchtlingsunterkunft hat er ehrenamtlich als Dolmetscher ausgeholfen und für die Tafel gearbeitet. Momentan engagiert er sich, in seiner Freizeit, für den Landkreis Germersheim. Bei der Kreisverwaltung in Germersheim, einem Kooperationspartner von InProcedere, möchte sich Ghulam insbesondere für den „moral support“ und die viele Hilfe bedanken. Seine momentane Arbeit als Assistent für kulturelle Arbeit an zwei Grundschulen im Landkreis Germersheim macht ihm sehr viel Spaß:

„Während des Unterrichts arbeite ich nicht nur für Flüchtlingskinder, sondern auch für deutsche Kinder, weil wir in der Klasse 20, 21 Kinder haben. Und der Lehrer ist alleine. Ich arbeite zusammen mit der Lehrerin, auch für deutsche Kinder, wenn sie eine Aufgabe nicht verstehen. Ich helfe also bei bestimmten Sachen, das ist meine Aufgabe. Die Schulleiterin hat gesagt, dass ich nicht nur für die Flüchtlinge, sondern auch für die deutschen Kinder arbeite. Die Arbeit ist eine sehr tolle Arbeit, sehr schön. Eine sehr tolle Arbeit, gefällt mir sehr.“

Ghulam treibt in seiner Freizeit viel Sport, sein größtes Hobby ist jedoch Edelsteine sammeln. In Afghanistan hat er von seinem Büro aus die gesammelten Edelsteine verkauft, was er in Deutschland auch sehr gerne machen würde. Leider gibt es in Germersheim momentan nicht die Möglichkeit, seine Geschäftsidee, den Verkauf von wunderschönen Edelsteinen, umzusetzen.

Ghulam blickt dennoch positiv in die Zukunft und wünscht sich vor allem ein besseres Leben für seine vier Kinder:

Anne Parr: Wie sehen Sie sich in Jahren, also in der Zukunft? Was wäre ihr Wunsch?

Ghulam: Ah oh ja, mein Wunsch für in zehn Jahren ist, ich möchte gerne, dass meine Kinder ein gutes Abitur machen und dann eine Universität besuchen, etwas Gutes für die Zukunft Deutschlands beitragen und wie gute Deutsche denken. Das ist mein Wunsch. Mein persönlicher Wunsch wäre hier für immer legal bleiben zu können und mein eigenes Geschäft zu eröffnen, um nicht mehr auf Sozialgeld angewiesen zu sein. Weiterhin würde ich auch gerne anderen Leute helfen, wenn sie meine Hilfe brauchen.  

 

 

 

 

Bleiberecht durch Arbeit 2.0