Ehsan

 

 

 

 

 

 

„Ich hab ein normales Leben. Mein Himmel ist immer blau, ob im Iran oder in Deutschland“

Zum Zeitpunkt des Interviews ist Ehsan 34 Jahre alt und wohnt bereits seit zweieinhalb Jahren gemeinsam mit seiner Frau und seinen zwei Töchtern in Deutschland. Aus ihrer Heimat im Iran mussten Ehsan und seine Familie aufgrund religiöser Verfolgung flüchten. Sie sind froh darüber, dass in Deutschland Religionsfreiheit herrscht.

Im Iran hat Ehsan 13 Jahre lang als Schreiner gearbeitet, einen Beruf, den er auch in Deutschland gerne wiederaufnehmen wollte. Beim Ausländerpfarramt in Bad-Kreuznach, einem Projektpartner von InProcedere, konnte Ehsan zunächst aushelfen und sich so ein wenig Geld dazuverdienen. Einen Sprachkurs hat er in Deutschland nicht besucht, sondern durch den Kontakt mit seinen Arbeitskollegen und Kunden nach und nach Deutsch gelernt. Durch die Unterstützung des Ausländerpfarramts Bad-Kreuznach ist er auf seine jetzige Arbeitsstelle bei einer Möbelfirma gestoßen. Ehsan sollte zunächst für vier bis fünf Monate ein Praktikum machen, doch sein Chef war bereits nach einem Tag Probearbeit so von Ehsans Fähigkeiten überzeugt, dass er Ihn direkt einstellte. Sein Chef hat ihm auch dabei geholfen eine größere Wohnung für sich und seine Familie zu finden, die günstig in der Nähe eines Kindergartens und einer Grundschule liegt. Nach 1 ½ Jahren in Deutschland hat Ehsan den deutschen Führerschein gemacht, worauf er sehr stolz ist.

Jetzt, wo er einen guten Job gefunden hat, wäre es Ehsans größter Wunsch eine kleine Wohnung oder ein kleines Haus für seine Familie zu kaufen. Aufgrund seines Aufenthaltstitels ist es ihm jedoch momentan nicht möglich, einen Kredit hierfür aufzunehmen. Dennoch blickt er positiv in die Zukunft:

„Viele Menschen auf der Welt wollen einfach viel Geld haben, aber wenn du gesund bist brauchst du das nicht. Erstens ist es wichtig gesund zu sein, zweitens einfach zu leben. Mit meinen zwei Kindern und meiner Frau verstehe ich mich gut. Wenn du viel Geld hast, dich aber mit deinen Kindern oder deiner Frau nicht verstehst, ist das auch nicht gut. Normal bleiben, gesund bleiben, wenn man mal bisschen mehr Geld hat ist das auch gut, aber normal leben ist wichtiger. Ein Haus für die Zukunft, ich will nur das. Langsam, langsam, step by step.“

Ehsans größtes Hobby ist das Fußballspielen. Schon als kleiner Junge hat er in seinem Heimatland leidenschaftlich gerne Fußball gespielt und sein Zimmer mit Fotos der iranischen und deutschen Nationalmannschaft dekoriert. Über einen Freund, den er während seiner Arbeit im Ausländerpfarramt kennenlernte, hat Ehsan nun auch einen neuen Verein gefunden. Nun kann er seinem Hobby, dem Fußballspielen, auch in Deutschland endlich wieder nachgehen.

Das schönste Fleckchen Erde in Deutschland ist für Ehsan Rheinland-Pfalz:

Anne Parr: Wo hats dir am besten gefallen?

Ehsan: Rheinland-Pfalz bisher. Ich war einmal in Düsseldorf, das ist auch eine schöne Stadt, aber immer wenn ich nach Rheinland-Pfalz komme, ich weiß auch nicht, die Luft ist anders.

 

 

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