Diana

„Ich mag deutschen Käsekuchen“

Die 22-jährige Diana verließ 2010 gemeinsam mit ihrem Bruder und dessen Frau die russische Republik Dagestan und lebt seitdem in Deutschland. In ihrer Heimat konnte die Muslimin nicht bleiben, da sie Gefahr lief, als „schwarze Witwe“ für Selbstmordattentate missbraucht zu werden. Diana teilt sich mit ihrem Bruder und ihrer Schwägerin eine kleine, spartanisch eingerichtete Wohnung westlich von Ludwigshafen. In Deutschland versucht sie, sich wohl zu fühlen. Wichtig für sie ist es, die Sprache des Landes, in dem sie lebt, zu lernen. Diana spricht bereits gut deutsch. Das liegt vor allem daran, dass sie schon kurz nachdem sie hierher kam, begann, die Sprachkurse des Diakonischen Werks Pfalz in Ludwigshafen, einem der Projektpartner von InProcedere – Bleiberecht durch Arbeit, zu besuchen. Im Rahmen des Projektes absolvierte sie im November 2011 erfolgreich die Deutschprüfung mit Niveau B1. Diana mag Musik, manchmal singt sie beim Karaoke und liest gerne, vor allem Ratgeber zu Gesundheitsthemen. Daneben backt die junge Frau gerne, mag deutschen Käsekuchen und ist ein Fan der türkischen Küche, weil diese, wie sie sagt, schön scharf ist. Irgendwann, wenn sie einmal Geld hat, träumt sie davon, in die Türkei zu fahren. Ihr größter Wunsch ist es, Stewardess zu werden. Doch ihr Bruder sei nicht allzu begeistert von der Idee, erzählt sie. Auf jeden Fall aber will sie eifrig weiter ihre Deutschkenntnisse verbessern. Denn sie weiß, wie wichtig die Sprache ist, um hier einen Beruf zu erlernen.

Beyhan Özdemir: Diana, gibt es Momente, wo du sagst: „Schön, dass ich hier bin.“?

Diana: Ja. Die Deutschkurse waren mir eine Hilfe, zweimal in der Woche konnte ich rausgehen und habe andere Leute getroffen. Durch die Sprache habe ich neue Leute und Freunde kennen gelernt.

Beyhan Özdemir: Was verbindest du mit Deutschland?

Diana: Schön, ich mag das Wetter, denn ich mag es nicht so heiß. Die Menschen sind freundlich, hier habe ich keine Angst, kann abends auch mal raus gehen, ohne von fremden Männern angesprochen zu werden.

Beyhan Özdemir: Wo siehst du dich in zehn Jahren?

Diana: Mit Mann und Kindern. Ganz wichtig, Zwillinge sollen es sein. Seit meiner Kindheit denke ich immer an Zwillinge. Leben möchte ich gerne in Frankfurt oder Neustadt.

Bleiberecht durch Arbeit 2.0