Amet

 

 

 

 

 

„Hier ist es ganz, ganz gut. Ich liebe Deutschland“

Sieben Jahre ist es jetzt her, dass Amet gemeinsam mit seiner Frau und seinen vier Kindern seine Heimat Mazedonien verlassen hat, um in Deutschland ein neues Leben zu beginnen. Obwohl Amet in Mazedonien von Montag bis Sonntag arbeitete, verdiente er zu wenig Geld. Aus Angst seine Familie nicht mehr ernähren zu können, floh er gemeinsam mit seiner Familie nach Deutschland.

Anne Parr: Was gefällt Ihnen gut an Deutschland?

Amet: Alles, alles, alles, alles. Als ich in Mazedonien war, habe ich einen ganzen Monat gearbeitet, auch Samstag und Sonntag ohne Pause. Ich hab dafür 150 Euro bekommen, musste Miete und Strom bezahlen, meine vier Kinder wollen leben. Das war schwer, sehr schwer, aber hier ist es gut. Hier ist es ganz, ganz gut. Ich liebe Deutschland.

Amets neues Leben in Deutschland gestaltete sich zunächst schwierig, da er aufgrund der Duldung eine Arbeitssperre hatte, was für ihn sehr schwer war. Mitte 2016 erhielt Amet jedoch endlich eine Aufenthaltserlaubnis und konnte mit Unterstützung der Diakonie in Ludwigshafen, einem Projektpartner von InProcedere, nach einer geeigneten Arbeit suchen. Bereits seit einem halben Jahr arbeitet Amet jetzt schon auf einer Deponie in Speyer. Auch wenn es sich dabei um Zeitarbeit handelt, ist Amet sehr glücklich darüber einen Job gefunden zu haben und endlich sein eignes Geld verdienen zu können.

Amets vier Kinder sind mittlerweile erwachsen und leben nicht mehr mit ihm und seiner Frau in Ludwigshafen. Einer seiner drei Söhne lebt mit seiner Frau und seinen zwei Kindern in Italien, ein anderer wohnt mit seiner Frau und ebenfalls zwei Kindern in Aachen. Amets jüngster Sohn wurde vor ein paar Jahren, im Zuge seiner Volljährigkeit, wieder nach Mazedonien abgeschoben. Trotz vielseitiger Unterstützung konnte Amet bis heute nicht gegen dieses Urteil vorgehen. Armet ist traurig darüber, dass seine Familie mittlerweile geografisch getrennt ist und er nur noch seine Tochter, die mit Ihrer sechsköpfigen Familie in Worms lebt, regelmäßig sieht. Es ist ein großer Wunsch von ihm, dass seine Familie eines Tages wieder gemeinsam in Deutschland leben kann:

Anne Parr: Wie stellen Sie sich ihr Leben in 10 Jahren vor?

Amet: Ja, ich denke in 10 Jahren kann ich unbefristet in Deutschland bleiben und dann hab ich meine Ruhe. Ich will Deutschland nicht verlassen und auch nichts falsch machen. Ich will alles richtigmachen und hier in Ruhe mit meiner Frau und meinen Kindern leben. Es wäre schön, wenn mein Sohn wieder zu mir nach Deutschland kommt. 

 

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